Ich bin noch nicht fertig.

Ich glaube manche denken sich jetzt, gott was ist das hier für ein emotional verkrüppelter Blog ?

Und ja mag sein, dass manche Beiträge von mir erschreckend ehrlich und negativ sein werden, aber wer hier total positive Beiträge von mir erwartet, sollte den Blog direkt schließen.

 

Ich möchte mit meinem Blog etwas erreichen.

Vielleicht ist das ein wenig selbstsüchtig, denn ich werde in die Welt meine total belastenden Gefühle und Gedanken rausposaunen.

Warum?

Damit es mir besser geht, damit mich gewisse Menschen verstehen, damit die Leute anders denken..nicht nur über mich, sondern über all meine Mitmenschen die die selben oder ähnlichen Probleme haben. 

 

Psychisch krank zu sein ist kein Witz, kein Hobby, keine Langeweile oder Ausrede. Es ist ein Teil von uns, etwas das wir nicht ändern können und womit wir für immer Leben müssen.

UND es ist verdammt noch einmal ERNST zu nehmen.

 

Manche haben Depressionen die behandelt werden können, manche haben wie ich Borderline, angeboren und müssen ihr ganzes Leben damit umgehen.

Es gibt schwere und leichte Formen vom Borderline, ich hab fast die komplette Dröhnung. Aber so ist das nunmal. Kann man nicht ändern, glaubt mir, ich habs oft genug versucht.

 

Es gibt die Zyniker die alles schlecht reden, Menschen mit Zwangsneurosen oder die ihre Wut nicht kontrollieren können.
Menschen die einen geliebten Menschen verloren haben und so schwer in der Depression stecken, dass sie nicht mehr alleine da raus kommen.

Menschen, mit gespaltenen Persönlichkeiten die ja gerne alle Schizo nennen, wusstet ihr das eine gespaltene Persönlichkeit überhaupt nichts mit Schizophrenie zu tun hat ?

Nein ? Ach sieh mal einer an !

Das worüber sich immer alle lustig machen oder es gern als Beleidigung nehmen nennt man : Dissoziative Identitätsstörung.

Erschreckend nicht wahr?

Und ich habe sie alle kennengelernt, als ich vor zwei Jahren für 10 Wochen in einer psychiatrischen Tagesklinik war.

Oh nein eine Irre, umgeben von Irren. Passt oder?

Und glaubt mir, ich war nicht immer so weltoffen wie ich es heute bin.
Ich saß in den Gruppentherapien anfangs schweigend, oder redete über oberflächliche Dinge um gar nicht erst meine Mauer fallen zu lassen, ging nach Hause und weinte.
Ihr glaubt gar nicht wie so eine Klinik euch die letzten Kräfte rauben kann.
Man hört Klinik und liest : Ok. Maltherapie, Musiktherapie, Einzeltherapie, Gruppentherapie, Kochkurse, Ausflüge und das alles um den Menschen zu sozialisieren, damit er lernt ein Leben zu führen.
Klingt total easy oder ?
Ist es aber nicht.
Dein Hirn verarbeitet jeden Tag so viel, du lernst die Probleme der anderen kennen, andere psychische Erkrankungen, lernst sie zu verstehen und lernst, dich selbst zu verstehen.

Ich will nicht sagen, dass ich nach den 10 Wochen ein anderer Mensch wurde.

Als bei meiner Entlassung ein Papierstück in meine Hand gedrückt wurde, auf dem schwarz auf weiß meine Diagnose stand, brach noch einmal meine Welt zusammen.
Wie ist das Gefühl, wenn du schriftlich hast, dass du irre bist?

Also schön ist etwas anderes.

Es ist wie, als würde dir jemand fest in dein Gesicht boxen, mit einem Baseballschläger und ein Messer in dein Herz rammen.

Ich saß da und habe unendlich lange, regungslos diesen Brief angestarrt.

Vielleicht habe ich gehofft, dass es ein Traum ist, dass der Brief verschwindet oder jemand um die Ecke kommt und sagt "Spaß !"

 

Es war Fluch und Segen zugleich.

Fluch, weil sich ab jetzt mein Leben komplett verändert hat.

Segen? Weil ich endlich schriftlich hatte, dass meine Handlungen nicht immer einen Sinn ergeben mussten.
Das ich für manche Dinge eben nichts konnte.

 

Aber wisst ihr was das allerschlimmste ist?


Es den Menschen zu zeigen, die ihr liebt. Denn keiner versteht es, ausser die, die das selbe durchmachen wie du.

Wenn du es den Menschen zeigst, die dich lieben, wollen sie es nicht wahr haben und sie können es nicht verstehen. Wie auch?
Sie können sich nicht vorstellen, wie so etwas möglich ist. Wieso du so bist oder warum du "das" hast.

Und es dauert Jahre, viele Gespräche und weinende Erklärungen bis sie es Stück für Stück verstehen.

Als mein Freund, kurz vor meinem Klinikaufenthalt einen versteckten Suizidvertrag fand, auf dem an meine Psychiaterin geschrieben stand, dass ich verspreche mir nicht das Leben zu nehmen, zeigte er es dem falschen Menschen.

Dieser posaunte es in seinem gesamten Freundeskreis rum, aber mit verdrehten Tatsachen, nur um bei ihm gut da zu stehen.

Es hieß nicht, dass er einen Vertrag gefunden hätte mir nicht das Leben zu nehmen. Einen Vertrag den ich versteckt hatte, damit ihn keiner sieht.
Es wurden sich keine Sorgen gemacht, es war in deren Augen kein Hilfeschrei.
Diese Person erzählte rum, ich würde ihn erpressen mich umzubringen, damit er mich nicht verlässt.

Da haben wir es wieder, die Lügen von anderen und was sie bewirken.

Und sie gucken mich heute noch an, diese "Freunde" ,als sei ich eine Irre.

Und diese Person ? Erzählt es heute noch rum um sich in die Opferrolle zu stellen.
Meine Freunde wissen von wem ich rede und ja Leute ich MUSS es schreiben, ich muss es von der Seele schreiben, diesen einen schlimmen Moment, diese schlimme Lüge über mich.

Der mit größte Grund, warum ich meine Kraft verlor. Warum meine Welt zersprang. Diese unendlich vielen Verdrehungen der Tatsachen.

 

Aber wie handelt ihr ?
Wie würdet ihr handeln, wenn ihr so etwas findet. Egal ob Freunde, Fremde, Familie oder sogar "Feind"?

 

Falls ihr glaubt, ich sei nach der Klinik "geheilt" gewesen, muss ich euch enttäuschen.
Denn eig hätte ich zur Reha gemusst und noch einige andere Dinge tun müssen, doch das habe ich nicht und hier mein Rat Leute :
Hört auf Ärzte und macht nicht alles mögliche um die ANDEREN glücklich zu machen. Denn das habe ich und so begann bis letzten Sommer, der nächste Kampf. Wieder alles verhauen, wieder am Ende, wieder kurz davor alles fallen zu lassen.
Doch dank einer ganz wunderbaren Psychiaterin, habe ich die Kurve bekommen und dank meinem Freund, der irgendwann verstand was zu tun ist.

Der gelernt hatte in all den Jahren meine Mimiken und Gestiken zu deuten, der mich nicht mehr für blöd hält, wenn ich Nachts weinend aufwache oder mich hin und her wälze.

Er lacht mich nicht mehr aus, wenn ich ihn panisch anrufe in der Nacht, wo er ist, dass ich wieder Angstzustände und Herzrasen habe.
Nein !

Wenn ich ausraste, nimmt er mich schmunzelnd in den Arm.
Wenn ich mies drauf bin, fragt er was ist oder lässt mich in Ruhe.

Wenn ich nachts panisch aufwache und ihn anrufe, packt er seine Sachen und kommt zu mir gefahren, ins Zimmer gelaufen, hält mich ganz fest und lässt mich alles von der Seele reden.
Wenn ich mal wieder mich selbst hasse, lässt er mich reden und öffnet mir die Augen.

Er redet mit mir über die Dinge, die die letzten Jahre passiert sind, erzählt mir jede Kleinigkeit die er hört oder sieht und erleichtert es mir damit umzugehen.


Doch nicht jeder kann das, nicht jeder Partner macht das für dich.

 

Warum ich das schreibe ?
In der Hoffnung ihr lest das, findet euch vll selbst darin wieder oder euren Partner und öffnet eure Augen.
Vll erweitert ihr dadurch eure Sinne aufmerksamer durchs Leben zu gehen.
Aufmerksamer im Umgang mit Menschen zu sein und Zeichen schneller zu deuten.

Mir macht das eine scheiß Angst euch meine Gefühle öffentlich Preis zu geben und das was ich erlebt habe, aber andererseits tut es unfassbar gut und ganz ehrlich?
Wie sollt ihr sonst je erfahren wie wir uns fühlen, wenn nie jemand vor lauter Angst sich zu entblößen, darüber spricht?

 

Acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer psychischen Krankheit; 1,2 Millionen werden stationär behandelt; 120 000 sind zur Diagnose und Therapie untergebracht - davon derzeit zehn Prozent gegen ihren Willen.

 

Merkt ihr was?

 

Lasst ein Feedback da ♥

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Bexx (Mittwoch, 25 April 2018 14:00)

    Hey,
    Ganz toller Beitrag! Super das du darüber sprichst wie sollen andere es sonst verstehen. Das Problem an der Menschheit ist dass sie nur „offensichtliche“ Krankheiten wahr nimmt, sich aber bei psychischen Erkrankungen oft schwer tut es zu verstehen, weil man es ja nicht „sieht“
    Mach weiter so! :)

  • #2

    Guilietta (Mittwoch, 25 April 2018 20:32)

    Hallo Zarina...
    Es beweist viel Mut,so ehrlich zu sich und der Öffentlichkeit zu sein. Es zeigt, das du auf dem besten Weg bist ,deine Krankheit zu akzeptieren und damit umzugehen.
    Ich hoffe das du mehr positives als negatives Feedback bekommst. Ja es wird sie immer geben, die Neider! Menschen die mit ihren Problemen nicht so offen umgehen können, die aber auch Hilfe benötigen und sie nicht bekommen . Ich hoffe du erreichst genug Leser und machst Ihnen Mut!