Das Gespräch mit Krümel

Das Gespräch mit Krümel, verlief weniger spektakulär und so viel wie bei Dusty, gibt es dazu auch gar nicht zu berichten.
Doch statt es mich deprimiert, macht es mich froh. Denn das zeigt mir, dass ich alles richtig mache.

Kommen wir erst einmal zu den Fragen:

 

  • Wie geht es dir?
  • Wie fühlst du dich?
  • Wie findest du dein Leben bei mir?
  • Magst du etwas nicht?
  • Hast du Wünsche?
  • Wie findest du den Offenstall?
  • Wie findest du den Beritt?
  • Wie findest du deine Reitbeteiligung?
  • Sollen wir etwas verbessern oder ändern?
  • Magst du das Springen oder die Dressur lieber?
  • Bin ich eine gute Besitzerin?
  • Hast du Vertrauen zu mir ?
  • Wie ist das Zusammenleben mit Dusty?

Dann fangen wir mal an.

Als sie anfing mit Krümel zu sprechen, schmunzelte sie und meinte direkt, dass Krümel ein totaler Sonnenschein sei, voller Lebenslust.
Alles sei wohl toll, die Blumen, die Wiesen, die Menschen und alles andere.
Ich lachte, denn genauso schätzt jeder Krümel ein, der ihn sofort sieht.

 

Krümel geht es wohl sehr gut. Seine Beschreibung:

"Mein Leben ist geil, genial und schön !"

Dennoch hat er gleich gesagt, dass er sich ohne Dusty sehr unsicher fühlen würde, er gibt ihm sehr viel Sicherheit und ist für ihn wie ein große Bruder - sehr behütend.

Dusty sei für ihn wie ein Engel, der über ihn wacht.
Das rührte mich zu Tränen.

 

Krümel wünscht sich mehr Gras (Weide) und das war kein Wunsch sondern eher eine Aufforderung und nachdem sie es ausgesprochen hatte, kam er auch gleich zu uns und sie lachte los und sagte : "er hofft das ich ihm jetzt Gras gebe".

Wie gern würde ich ihm das ermöglichen. Zur Weidezeit kommen sie 8 Stunden am Tag auf die Weide und können frei entscheiden, ob sie auf der Weide sind, oder im Offenstall Heu fressen.
Da die Weiden in Berlin/Brandenburg bei uns nicht mehr hergeben, ist eine 24h Weide allerdings nicht möglich. Aber ich denke damit können die Pferde gut leben.

 

Krümel hat wohl spaß an der Bewegung, sie hat es beschrieben wie ein Tänzer, der gerne die Hüften schwingt. Er liebt es sich frei bewegen zu können. Ohne Zwang und dabei seine Beine locker zu schmeißen, er bewegt sich gerne aus dem Bauch heraus.
Wer Krümel kennt, wird vermutlich schmunzeln, denn genauso läuft er. Locker, luftig, leicht schwingend durch die Gegend.

 

Die Herde geht für ihn, er hat nicht so das Interesse an den anderen Pferden, sondern wie Dusty eher an die Menschen. Er mag sie einfach lieber, weil sie so nett sind !

Vermissen tut er niemanden, hauptsache Dusty und wir (die Menschen) sind da.

 

Er würde sich allerdings wünschen viel mehr "ballern" zu können, beim Ausreiten über die Felder und über Baumstämme zu springen.

Sie meinte gleich, das es für ihn ein Traum sei und sie sich gut vorstellen kann, dass wenn wir ihm diesen Traum erfüllen, er sehr schnell eingeschüchtert sein wird oder überfordert.

 

Jetzt kam das, welches ich gar nicht erwartet habe:

Ich sei ihm wohl, was das reiterliche angeht, zu langweilig,

Nicht aus der Hinsicht, dass es monoton ist und immer das selbe, sondern seine Art ist so "aufbrausend" und alles ist für ihn immer so toll. Ich dagegen bin eher der ruhige Typ, der sich nicht überschwänglich über alles freut.

Als sie ihm erklärte, dass ich vom Charakter her eher ruhiger bin, hat er das erst nicht verstanden.

Also erklärte sie ihm, dass er sich vorstellen soll, Dusty würde auf ihm sitzen (da haben wohl beide angefangen zu lachen, bei der Vorstellung).

Krümel verstand den Vergleich allerdings immer noch nicht und so erklärte sie:

"Stelle dir mal vor, Dusty reitet dich und wie er reagieren würde."

Daraufhin meinte Krümel, dass Dusty eher ernst und abgeklärt reagieren würde und Dusty stimmte zu und sagte zu Krümel : " Zarina ist wie ich".

Krümel verstand es, auch dass ich viel Zeit brauche, bevor ich etwas wirklich genießen kann und hofft das wir diesbezüglich zusammen finden.

Er wünscht sich, dass die Begeisterung natürlich wächst, will aber nicht das ich mich verstelle denn das würde er unheimlich finden.

 

Als Besitzerin meinte er wohl vom ganzen Herzen, mit einem zufriedenen Seufzer:

"Sie ist die beste !"

und das er bis auf die Kleinigkeiten, sehr glücklich und zufrieden mit mir ist.

Er würde sich wünschen, dass wir mit ihm mit einem Ball spielen oder Leckereien verstecken die er dann suchen muss. Irgendwelche Aufgaben für den Kopf, aber vom Boden aus.

 

Bei der Frage ob er die Dressur mag, stellte er eine Gegenfrage:

"Ist es das, wo ich laufen muss wie ein Storch?"

Wir haben herzlich gelacht und sie beantwortete es mit Ja!

Dressur sei für ihn nur eine Zweckaufgabe, aber er mag es nicht unbedingt.
Er mag das "im Kreis laufen" nicht (Zirkel) und das man immer so steif die Beine heben muss, um schick auszusehen. Aber er macht es trotzdem und hat kein Problem damit.

 

Im Gegenzug meinte er direkt, das FLIEGEN findet er schön !!!
Wir schauten uns verwundert an: "Das Fliegen?"

Er: " Ja! Das wo alle vier Beine in der Luft sind"

Sie harkte nach und er meinte natürlich das Springreiten.

Aber er habe vor dem Fliegen immer solche Angst, da er schon ein paar mal mit den Hufen dagegen gekommen ist und es weh tat. Da er nicht wusste was Schmerz ist, weil er das nie bei mir erfahren hat, hat es ihn doch sehr verschreckt und er hat jedes mal angst, das Hindernis zu treffen.

Auch ist er noch sehr unsicher, weil er einfach nicht weiß, wie viele Schritte er machen muss, um richtig abzuspringen. Aber wenn er dann fliegt, hat er unheimlichen spaß !

 

Das Verladen fürs Turnier findet er völlig in Ordnung aber er würde sich wünschen, dass Dusty in Zukunft mit fährt. Daraufhin meinte Dusty wohl im Hintergrund klipp und klar "Nein!"

Ich musste lachen, denn Dusty hasst Hänger fahren und legt sich im Hänger immer hin.

 

Auch Turniere findet er total OK, aber er wünschte es gäbte Turniere, bei denen man Leckereien suchen kann. Er mag am Futter alles, was besonders ist und vor allem die Leckerlies, egal ob groß oder klein.

 

Eigentlich vertraut er mir, er weiß das ich nichts Böses mache und mich eher vor ein Auto schmeiße, als das den beiden etwas passiert. Aber manchmal wirke ich wohl im Gelände verpeilt, als wisse ich nicht wo ich hin will und das verunsichert ihn.

 

Ansonsten ist er sehr glücklich und alles was wir mit ihm machen, macht ihm Spaß.
Er liebt die Arbeit und das er gefordert wird.

 

Ich war erleichtert nach dem Termin.
3 Stunden haben die Gespräche insgesamt gedauert und ich war ziemlich kaputt.
Durch die extreme Aufregung und die Infos die ich verarbeiten musste, war ich froh am Ende einfach zuhause auf die Couch fallen zu können.
Erleichtert und mit einem lächeln, blicke ich auch heute noch auf den Tag zurück. Bald ist es ein Jahr her und ich kann bis heute sagen, es war für mich ein unglaubliches Erlebnis. ♥

 

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