Das Gespräch mit Dusty

Mir war es wichtig, damals alles detailliert mit zu schreiben, denn wie oft kann man behaupten eine Tierkommunikatorin da zu haben und vor allem, möchte man sich auch später an alles erinnern können.
Doch bevor ich euch von dem Gespräch berichte, bekommt ihr vorab die Auflistung der Fragen:
  • Wie geht es dir?
  • Wie fühlst du dich?
  • Wie war dein Leben vor der Zeit bei mir?
  • Wie hast du dich als Schulpferd gefühlt?
  • Wie war es für dich als ich dich gekauft habe ?
  • Wie findest du dein Leben jetzt?
  • Magst du etwas nicht?
  • Hast du Wünsche?
  • Fühlst du dich hier wohl?
  • Wie findest du den Offenstall?
  • Wie war für dich die Boxenhaltung?
  • Vermisst du etwas?
  • Wie findest du deine Reitbeteiligungen?
  • Sollen wir reiterlich etwas verändern oder allgemein?
  • Was ist dein Lieblingsfutter?
  • Bin ich eine gute Besitzerin?
  • Hast du vertrauen zu mir ?
  • Wie ist dein Zusammenleben mit Krümel?

Der Tag der Tage war gekommen.

Ich holte sie vorne auf unserer Anlage vom Parkplatz ab und sie erklärte mir noch einmal auf dem Weg, wie sie das alles handhabt.
Angekommen fragte sie mich, ob wir beide Pferde zusammen befragen wollen oder einzeln und meinte direkt: zu zweit ist es oft lustiger, weil sie sich auch gerne mal ins Wort fallen.
Also entschied ich mich dafür, beide zeitgleich zu befragen und wir ließen sie auf dem Dressurplatz frei laufen.

Anfangs war ich verwirrt, meine Vorstellung war sitzend vor den angebundenen Pferden, Fragen zu stellen.

Wir setzten uns in die Mitte des Platzes, sie auf die Aufstiegshilfe und ich in den Sand.

Beide Mäuse liefen entspannt rum und knapperten am Rand die Grashalme weg.

 

Alles was ich jetzt schreiben werde, mag verrückt klingen, doch glaubt mir:

Ich war unglaublich skeptisch und gehöre nicht zu den Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind.

Ich ging mit dem Gedanken ran : 

Na mal abwarten, was für ein Quark hierbei raus kommt.

 

Und so ging es los.

Sie wusste lediglich die Namen der beiden. 

Kein Alter, keine Herkunft, nichts.

Ihr müsst es euch in etwa so vorstellen :
Sie sitzt da und redet einfach los, in Richtung Pferde.

Die Pferde geben ihr keine deutlichen Antworten, sondern senden ihr Gefühle und Bilder, die sie dann für mich übersetzt.

Sie erzählte ihnen wie sie heißt, was sie macht und dass ich sie gerufen habe, um mit den beiden zu kommunizieren.

Krümel fand das wohl sehr belustigend, Dusty dagegen total klasse.

Noch behielt ich meinen Fragebogen mit zittrigen Händen (bis Dato hatte sie ihn noch nicht einmal zu Gesicht bekommen) und schaute skeptisch, aber gespannt zu.

Direkt fragte sie, wer denn anfangen möchte und Dusty meldete sich wohl sofort. Ich hörte nur wie sie murmelte "Gut dann fangen wir mit dir an, du willst es wohl hinter dich bringen".

 

Sie fragte von sich aus wie es ihm geht und er sagte ihr, dass es ihm sehr gut gehe, er fühlt sich kräftig und gesund, hat keine Schmerzen und strotzt nur so voller Lebens- und Körperkraft. Dusty hätte das Gefühl, er könne 100 Jahre alt werden und ich dachte nur, dann werde es bitte auch!

Sofort beschrieb sie mir sein Wesen: er sei wohl eher der ruhige Typ und sehr sehr ernst, man würde merken, dass er anscheinend schon einiges in seinem Leben erlebt hat und durch machen musste.

Sie schaute mich an und fragte "Ich würde ihn von seinem Wesen her, so auf zwischen 13-15 Jahre schätzen, ist das richtig?" und nachdem ich ihr sein richtiges Alter, schmunzelnd verriet und nur sagte " Nein, er ist 26 Jahre alt", fiel sie aus allen Wolken.

Daraufhin meinte Dusty wohl : Er hätte kein Rentnergefühl sondern ein Gefühl von Freiwilligkeit, er würde sich viel jünger fühlen und hat keinen Druck mehr.

 

Und dann gab ich ihr meine Frageliste.

Bei der Frage wie es für ihn war, als ich ihn gekauft habe, war die Antwort doch sehr ...platt. Ich habe zumindest etwas anderes erwartet.

Ich dachte damals er hätte sofort begriffen, dass ein neuer Lebensabschnitt für ihn beginnt und er deshalb, die ersten drei Jahre so schwer handelbar war und mich auf die Probe stellte.

Doch seine Antwort war erschütternd.  

" Ich habe damals keine Hoffnungen mehr gehabt und es war mir egal. Ich dachte der Stall (Schulbetrieb) bringt mich weg weil ich krank bin, um gesund zu werden und müsse bald wieder als Schulpferd meine Runden laufen.

Als wir den Stall wechselten hatte ich ein kleines Gefühl von frei sein, doch immer mit dem Gedanken, dass ich zurück muss.
Erst nach ca. 3 Jahren habe ich begriffen, dass ich einen neuen Lebensabschnitt bekommen habe. "

Ich saß da, mit einem dicken Klos im Hals und mir liefen die Tränen.
Die Tierkommunikatorin schaute mich an und fragte was los sei und ich berichtete, dass die ersten drei Jahre die Hölle waren mit Dusty.

Ich war so voller Selbstzweifel und dachte ich würde alles falsch machen
und von heute auf morgen, nach vielem kämpfen, war er auf einmal um 180 Grad ein anderes Pferd. Ich habe bis dahin, nie begriffen wieso.

Und zusätzlich machte es mich traurig, wie ein Pferd voller Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit einfach vor sich hin lebte, mit der Vermutung krank zu sein und irgendwann wieder zurück zu müssen.

 

Weiter ging es:

Dusty störte nichts und er hatte keine Wünsche. Er genießt endlich sein Leben, fühlt sich angekommen und genießt es, dass er zu nichts mehr gezwungen wird und das es keinen Druck mehr gibt, auch beim Reiten.
Sein Alter sei wohl zeitlos.

Nach dieser Aussage lobte mich die Tierkommunikatorin mit einem Satz, den ich wohl nie wieder vergessen werde:
Es mache sie unheimlich glücklich und rührt sie zugleich, zu sehen, wie gut es ihm jetzt geht und wie schlecht es ihm mal ging. Und dann kam dieser eine Satz, der nie in Vergessenheit geraten wird:

"Rettest du ein Leben, rettest du die ganze Welt. Danke dafür Zarina!"

Ich weinte.

Und in diesem Moment schaute Dusty auf, lief mit Kopf nach unten zu mir und drückte ihn ganz sanft an meine Brust und in diesem Moment wusste ich : Es ist wahr, das passiert gerade wirklich !

 

Bei der Frage ob er etwas vermissen würde, kam ein klares: Nein !


Über meine Reitbeteiligungen werde ich auf dem Blog nichts preis geben, da ich nicht weiß ob sie das möchten, doch reiterlich hat er wohl nichts auszusetzen und da ist alles in Ordnung, bei uns allen.

 

Auf die Frage, warum ich ihn denn nie schlafend liegen sehe meinte er:

"Ich mag liegen nicht. Für mich ist das ein Zeichen der Schwäche, lege ich mich hin, gebe ich auf. Es ist wie sterben !"

Die Tierkommunikatorin meinte dann : Für ihn sei das wohl sehr schlimm!

Krümel sei für ihn wohl ein Fröhlichkeitspohl und totaler Sonnenschein.

 

Dusty hat so einen "Tick" ab und an, vor allem wenn wir aufsteigen oder Dressur reiten, läuft er gerne mal Rückwärts, legt die Ohren an und keilt aus. Manchmal versucht er sogar in die Füße zu beißen.

Ich dachte das läge daran, weil er Schmerzen hat oder nicht geritten werden will. Als sie ihn darauf ansprach meinte er aber:

Es tue ihm schrecklich leid und das es nichts mit uns zu tun habe. Es fühlt sich jedes mal wohl ganz schrecklich an, aber es ist wie eine alte Schallplatte aus dem Schulbetrieb, die abgespielt wird und es dauert ein paar Minuten bis er "aufwacht" und sich sagt :

" Halt ich habe jetzt Menschen die mich lieben !"

Daraufhin meinte sie zu mir, dass Dusty ein Trauma erlitten hat, welches wohl so nicht mehr weg geht.

 

Von sich aus erzählte er dann von einem Mann, den er ganz toll finden würde und der ab und an käme um ihn zu pflegen, aber absolut keine Ahnung hätte von wem was er da tut. Er würde sich wohl extra bemühen lieb und nett zu sein, da er ihn sehr gerne hat.

Ich saß nach der Aussage da, stand völlig unter Schock und überlegte nur panisch : welcher Mann? Welcher gott verdammte Mann?

 

Und da war er -  der zweite Moment der mir klar machte, dass die Tierkommunikatorin sich die Informationen nicht aus den Fingern saugte.
Denn Dusty meinte meinen Papa !
Das fiel mir ein, nachdem sie mein erschrockendes Gesicht sah und mich fragte, ob sich denn nie ein Mann um ihn kümmerte.

 

Ihr müsst wissen, während des gesamten Gesprächs suchte Dusty ganz oft unsere und vor allem auch meine Nähe, ganz ohne Krümel kam er immer wieder auf uns zu, schnaubte und sah zufrieden aus.

 

Es gab einen kurzen Moment der Stille und wir schauten den Pferden zu, wie sie den Rand des Platzes abgrasten und auf einmal lachte sie. An der einen Ecke steht bei uns ein kleiner Baum und sie sagte amüsiert : " Die Blätter vom Baum fnden sie aber gerade nicht sehr lecker, doch finden es toll, was neues knabbern zu können.

 

Dann kam sie, die für mich wichtigste Frage: Wie sein Leben als Schulpferd war. Und irgendwie war ich enttäuscht und geschockt zugleich, denn auf die Frage wollte er nicht eingehen. Dabei hatte ich so sehr gehofft, endlich zu erfahren, was ihm in der Zeit alles passiert ist.
Ich weiß zwar einiges, aber aus seiner Sicht ist es ja nochmal etwas anderes.

In dem Moment war selbst die Tierkommunikatorin sehr betroffen und meinte nur, sie habe bei der Fragestellung so enorme Gefühle verspürt, hätte sie ihn damals zu Schulpferdezeiten befragt, hätte sie den Tierschutz gerufen. Was aber genau vorgefallen ist, wollte er ihr nicht zeigen.

 

Den Offenstall und den Stall allgemein findet er gut, auch die Herde in der er steht. Er mag die Nächte nur nicht, die Geräusche kennt er nicht und er fühlt sich Nachts deshalb noch sehr unwohl.

Auch den Wind findet er unangenehm, versucht sich aber daran zu gewöhnen und wünscht sich einen kleinen Unterschlupf für sich ganz alleine in der Nacht oder mit Krümel, wo ihn die anderen nicht nerven können.

Als wir ihn daraufhin fragten, wie er die Boxenhaltung fand, antwortete er kurz und knapp : Scheiße. (Entschuldigt die Wortwahl)

Er sagte, dass er gerne in dem jetzigen Stall bleiben möchte, aber mit Krümel. Sie mögen sich wohl sehr sehr gerne und zusammen, sind sie Vollständig.
Ihre Bindung geht weit über eine Freundschaft hinaus, die Tierkommunikatorin würde es wie Blutsbrüder beschreiben.

 

Für Dusty bin ich wohl eine tolle Besitzerin, sein Gefühl ging wohl erst durch den Magen und dann ins Herz. Ich sei für ihn wie ein Bein und er für mich, ohne das man nur schwer leben kann. Zusammen sind wir Vollständig und er ist mir zu 100% zugewandt.

Zu Krümel wohl etwas weniger, er will zwar ohne ihn nicht, aber für Dusty habe ich einen höheren Stellenwert. Er achtet wohl immer auf mich und lässt mich nicht aus den Augen.
Ich sei wohl ser nett und habe eine liebe, klare Art. Dass ich ihn nichts durchgehen lasse, findet er wohl sehr gut, weil er merkt, dass es am Ende etwas bringt.

 

Er weiß, dass falls ich nicht mehr komme (Urlaub), es ihm bei den Leuten sie sich auch um ihn kümmern gut gehen wird und ich solle mir deshalb keine Sorgen machen. Ich soll auch mal auf eine Menschenwiese fahren, aber länger als zwei Wochen soll ich nicht weg sein.

Er liebt es wenn ich komme, ich bin wie seine kleine Herde mit Krümel zusammen. Er weiß das er sich immer auf mich verlassen kann und würde mit mir überall hin reiten, weil er das Gefühl hat, er nimmt sein Zuhause mit.

Mit meinen Reitbeteiligungen möchte er dagegen nicht so weit weg reiten, weil ihm dann wohl ganz schlecht wird, da er das Gefühl hat, mit ihnen müsse er von zuhause weg.

 

Die Pferde im Offenstall interessieren ihn wohl nicht, sondern die Menschen (Einsteller). Sie sind so nett und kraulen ihn auch ab und an, was er von fremden Menschen gar nicht kennt, aber schön findet.

Als sie dann meinte, dass wir fertig sind und ob er noch etwas mitteilen möchte, lief er auf uns zu und schaute uns an. Sie lächelte und sagte :

"Er sagt Danke!"

 

Viele von euch mögen das vll für verrückt halten, doch mir ist wichtig, dass ihr wisst: Nichts davon ist ausgedacht !
Alles ist genauso passiert und selbst heute, fast ein Jahr später, überwältigt es mich immer noch und mir kommen die Tränen.

Ich kann es nur jedem empfehlen, auch den Skeptikern, wie ich einer bin.

 

Aber ! Informiert euch vorher ausgiebig.

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